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Die häufigsten und teuersten Schäden am Hausrat

Seit Jahren zahlen die Hausratversicherer jährlich im Durchschnitt deutlich mehr als eine Milliarde Euro an Hausratschäden. Eine Statistik zeigt, was die häufigsten und die teuersten Schadensursachen sind.

23.9.2019 (verpd) Im vergangenen Jahr wurden die meisten Schäden und in Summe auch die teuersten versicherten Hausratschäden durch Einbruchdiebstähle verursacht. Dies zeigen aktuelle Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. Doch während die jährliche Anzahl und Schadenhöhe der versicherten Einbruchschäden im Vergleich zu den vergangenen vier Jahren zurückgegangen sind, gibt es versicherte Schadensursachen, die deutlich zugenommen haben.

Letztes Jahr hatten hierzulande nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) knapp 76 Prozent der Haushalte ihren Hausrat über eine Hausratversicherung abgesichert. Abgesichert sind hier in der Regel Schäden am Hausrat durch Brand, Blitzschlag, Sturm ab Windstärke acht, Hagel, bestimmungswidrig ausgetretenes Leitungswasser und Einbruch-Diebstahl. Gegen Aufpreis sind oft auch Elementarrisiken wie Schäden am Hausrat durch Überschwemmung, Rückstau, Schneelast, Lawinen oder Erdsenkung absicherbar.

In der Regel können zudem gegen einen Prämienzuschlag Glasbruchschäden und Schäden durch Überspannungen mitversichert werden. Die im GDV organisierten Hausratversicherer haben allein 2018 1,27 Milliarden Euro an Versicherungsleistungen aufgrund der genannten Schäden erbracht. Seit dem Jahr 2000 liegt die jährliche Schadensumme, die die Hausratversicherer für ihre betroffenen Kunden bezahlt haben, immer deutlich über einer Milliarde Euro. Die höchsten Schäden mit fast 1,5 Milliarden Euro gab es 2002, die wenigsten mit 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro zwischen 2005 und 2008.

Einbruch-Diebstahl: Die häufigsten und teuersten Schäden

Häufigste Schadenursache waren 2018, wie schon im Jahr zuvor, Einbruch-Diebstähle. Nach GDV-Angaben gab es letztes Jahr rund 310.000 versicherte Einbruch-Diebstähle. Auf dem zweiten Platz folgen die Brandschäden mit etwa 210.000 Schadensfällen.

Dahinter folgt die Schadenursache „bestimmungswidrig ausgetretenes Leitungswasser“ – beispielsweise infolge eines Rohrbruches einer Wasserzuleitung – mit etwa 170.000 Schadensereignissen. Danach kommen die Sturm- und Hagelschäden mit circa 130.000 Schadensereignissen sowie jeweils rund 20.000 Glas- und erweiterte Elementarschäden.

Die insgesamt teuersten Schäden wurden durch Einbruch-Diebstähle verursacht. 440 Millionen Euro zahlten die Hausratversicherer 2018 dafür an ihre Kunden. Die Versicherungsleistungen für Brandschäden beliefen sich auf 370 Millionen Euro, während Leitungswasserschäden mit 280 Millionen Euro zu Buche schlugen. Für Sturm- und Hagelschäden wurden letztes Jahr 60 Millionen Euro von den Hausratversicherern bezahlt, für Elementarereignisse waren es 50 Millionen Euro und für Glasbruchschäden 20 Millionen Euro.

Weniger Einbruch-Diebstähle, höherer Schadensdurchschnitt

Obwohl die Einbruch-Diebstahlschäden insgesamt der Summe nach mit 440 Millionen Euro die meisten versicherten Schäden verursachten, ist dies seit 2011 der niedrigste jährliche Gesamtschadenswert, der durch dieses Risiko entstanden ist. Der Höchstwert wurde 2015 mit fast 700 Millionen Euro erreicht.

Während die Schadenzahl bei den versicherten Einbruch-Diebstählen zwischen 2011 und 2016 relativ konstant in einem Korridor zwischen 390.000 und 420.000 lag, ging sie in den beiden vergangenen Jahren jeweils deutlich zurück. Dadurch hat sich auch die durchschnittliche Schadenhöhe je Schadensereignis zum dritten Mal in Folge vermindert. Für 2018 weist der GDV hier einen Wert von knapp 1.430 Euro aus. Das sind circa ein Neuntel weniger als drei Jahre zuvor, aber etwa ein Zehntel mehr als noch 2010.

Auffällig ist, dass die Werte bei der Gefahr Einbruch-Diebstahl massiv von denen für Wohnungseinbrüche abweichen. 2018 gab es rund 110.000 versicherte Wohnungseinbrüche. Dies liege laut GDV daran, dass unter den insgesamt bei Hausratpolicen versicherten Einbruch-Diebstählen auch Schäden infolge von Raub oder Diebstahl aus Hotelzimmern, Krankenhäusern et cetera erfasst werden. In vielen Policen sind solche Schäden unter anderem im Rahmen einer sogenannten Außenversicherung teils optional versicherbar.

Brandschäden: Zunahme des Schadendurchschnitts

Die durchschnittliche Entschädigung für einen Feuerschaden hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Im vergangenen Jahr war ein solcher Fall mit fast 1.770 Euro um etwa zwei Drittel teurer als noch 2011. Die Brandschäden haben damit den höchsten Schadendurchschnitt aller in einer Hausratversicherung versicherten Gefahren.

Die Versicherungsleistungen für Brandschäden betrugen in den vergangenen fünf Jahren zwischen 360 und 380 Millionen Euro und waren damit ohne größere Schwankungen. 2011 betrug die Schadenhöhe dagegen noch rund 400 Millionen Euro. Die Zahl der versicherten Brandschäden ist mit 210.000 Schäden in 2018 auf einen neuen Tiefstand gesunken. Sieben Jahre zuvor gab es mit 390.000 Brandschäden noch etwa fast doppelt so viele.

Auch Leitungswasserschäden wurden mit aktuell im Schnitt rund 1.630 Euro pro versichertes Schadenereignis zwischen 2011 und 2018 um über die Hälfte teurer. Die Anzahl der Schadenfälle ging dagegen gegenüber 2012, damals waren es 220.000 Schadenfälle, um über ein Fünftel auf nunmehr 170.000 versicherte Schadensereignisse zurück. Die Versicherungsleistungen sind dagegen im Vergleich zu 2011 um etwa 40 Prozent, nämlich von 200 Millionen Euro auf 280 Millionen Euro angestiegen.

Riesige Schwankungen bei Sturm/Hagel- und Naturgefahren-Schäden

Die Anzahl der Sturm- und Hagelschäden schwankte zwischen 70.000 im Jahr 2012 und 140.000 in den Jahren 2015 und 2017 stark.

Die Versicherungsleistungen bewegten sich zwischen 30 Millionen Euro in 2012 und 80 Millionen Euro im Jahr 2013. In 2013 Jahr verursachte der Sturm Andreas mit die teuersten Sturmschäden aller Zeiten. Den niedrigsten Schadendurchschnitt gab es laut GDV zufolge im Jahr 2015 mit etwa 350 Euro, den höchsten 2016 mit rund 740 Euro.

Für rund 40.000 bis 50.000 Glasbruchschäden zahlten die Hausratversicherer seit dem Jahr 2000 jährlich zwischen zehn und 20 Millionen Euro an Versicherungsleistungen an die betroffenen Versicherungskunden, wie aus den GDV-Daten hervorgeht.

Elementarschäden verursachen den höchsten Durchschnittsschaden

Besonders große Schwankungen bei der Anzahl und Höhe der Schäden gab es bei den weiteren Naturgefahren- beziehungsweise Elementarschäden. In 2013, 2014 und 2016 gab es jeweils etwa 30.000 versicherte Elementarschäden am Hausrat, 2012 waren es dagegen nur rund versicherte 10.000 Schadensereignisse.

2013, als es neben Sturm Andreas auch noch ein Jahrhundert-Hochwasserereignis gab, beliefen sich die versicherten Elementarschäden beim Hausrat auf circa 90 Millionen Euro. 2012 und 2015 waren es hingegen nur jeweils etwa zehn Millionen Euro. Die durchschnittliche Schadenhöhe je Elementarschaden betrug in 2018 2.509 Euro, 2016 waren es sogar 2.844 Euro. Sie ist im Vergleich zu den anderen Risiken, die über eine Hausratversicherung abgesichert werden können, am höchsten.

Die Daten des GDV verdeutlichen, wie wichtig nicht nur eine Hausratversicherung, sondern in dem Zusammenhang auch die Mitversicherung von Elementarschäden in einer solchen Police ist.